Reviews


Andreas Grimmel / Cord Jakobeit: Politische Theorien der Europäischen Integration


“Eine andere Vermittlung von politischer Theorie ist möglich!“ könnte man über den Sammelband von Grimmel und Jakobeit in Abwandlung einer bekannten Kritik ausrufen. Anstatt ein weiteres Lehrbuch über europäische Integrationstheorien auf den Markt zu bringen, haben die beiden Herausgeber entschieden, sich endlich mit den Theorien zu beschäftigen, was bei ihnen heißt: Vorstellung und Kommentierung der bahnbrechenden Primärtexte … . […]
Die Herausgeber beleuchten somit nicht – wie so oft in der gegenwärtigen Integrationsliteratur – den Text „an sich“, sondern stellen den historischen Kontext wieder her und hinterfragen die Absichten und Methoden der Autoren.”

Dr. Tamara Ehs, Zeitschrift für Politikwissenschaft (www.zpol.de), 21.10.2009

“Insgesamt bietet das hier anzuzeigende Werk eine hervorragende Einführung und Übersicht zum Stand und zu den Perspektiven der politischen Theorie im europäischen Integrationsprozess. Es schließt eine Lücke, von der man sich nur fragen kann, warum sie so lange bestehen konnte.”
Prof. Dr. Armin Hatje, Europarecht (EuR), 4-2010

“Ein wunderbares Buch in der seminartauglichen Mischung von wichtigen Auszügen aus Originaltexten und strukturierenden Einführungen. Ein richtiges solides Arbeitsbuch, wie es sein muß.”
Prof. Dr. Walter Reese-Schäfer, www.springer-vs.de, 28.03.2012 [REVIEWS]

“Grimmel/Jakobeit bieten mit ihrem Lehrbuch “Politische Theorien der Europäischen Integration“ eine leicht zugängliche Übersicht zu ‘Klassikern’ und neueren Ansätzen der Integrationstheorie, welche vor allem durch ihre kommentierten Originalquellen einen hohen Nutzwert verspricht.”
Prof. Dr. Wolfgang Wessels und Cyril Gläser, Jahrbuch der Europäischen Integration 2009

“Bei der großen Auswahl an Lehrbüchern, die es auf dem Markt gibt, ist es für Studienanfänger schwierig, ein geeignetes Einsteigerwerk zur Europäischen Integration zu finden. In ‘Politische Theorien der Europäischen Integration. Ein Text- und Lehrbuch’ geben Andreas Grimmel und Cord Jakobeit mit ihrer Auswahl an Theorien einen umfassenden Überblick über den Prozess der Europäischen Einigung. Den beiden Autoren ist mit ihrem Werk ein inhaltlich sehr ansprechendes Lehrbuch gelungen. Die abgedruckten Primärtexte zeugen von einer ausgewogenen Auswahl und sind zudem gut aufbereitet worden. Durch die chronologische Anordnung wird der Leser von den Anfängen bis in die heutige Zeit durch die Geschichte der Europäischen Integration geführt. Dabei hilft die Chronik der Europäischen Einigung im Anhang dabei, den Überblick über den zeitlichen Verlauf zu behalten. Die in der Einführung erläuterte Methodik, wie mit den Primärtexten umzugehen ist, ermöglichen es dem Leser, den Text systematisch zu erarbeiten und sich mit der vorgestellten Theorie vertraut zu machen. Der Titel dieses Buches hält, was er verspricht. Es konzentriert sich auf besagte Theorien und ist als Lehrbuch für Anfänger aber auch als Nachschlagewerk für fortgeschrittene Studierende zu empfehlen.”
Fee Tiefensee, Universität Passau



Andreas Grimmel - Europäische Integration im Kontext des Rechts


“The author of the book reviewed here has set out to engage with the multi-headed integration phenomenon in a phenomenally multi-faceted way; for Grimmel sought to rise to the challenge of developing a genuinely holistic view, in a daring attempt to sew law, politics, philosophy, and sociology into one seamless web. […] What is particularly novel to Grimmel’s analysis is the adherence to the theoretical framework of Kontextrationalität (context rationality), adapted from the works of Weber and Wittgenstein. At heart, his treatise comes down to a plea for a fuller recognition of the intrinsic logic that permeates the legal realm (rules and rulings). […] The present volume successfully manages to underscore that the variegated possibilities offered by “das Recht an sich”, eclipsing the vagaries of day-to-day politics and public administration, renders it the single most potent instrument at their disposal. The book reviewed here could perchance also serve as a rallying call for defending the significance of an established quantity; a quantity that finds itself under unprecedented strain, in an EU that risks running adrift much too easily.”
Prof. Dr. Henri de Waele, Common Market Law Review, 02-2015

“Grimmel macht mit seiner Arbeit auf eine eklatante Schieflage aufmerksam, in der sich die politikwissenschaftliche Analyse der ‚Integration durch Recht‘ derzeit befindet: In der Tat setzten sich viele Arbeiten, die in diesem Feld bislang entstanden sind, zu wenig mit dem rechtlichen Kontext auseinander, der das Entscheidungsverhalten des EuGH prägt. Grimmel ist daher zuzustimmen, wenn er für eine Neujustierung der Forschungsagenda plädiert. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Politik- und Rechtswissenschaft könnte davon profitieren.”
Dr. Jörn Ketelhut und Dr. Léa Roger,
Zeitschrift für Politische Theorie, 01-2015

“[Das Buch] folgt einem interdisziplinären Ansatz, der politik-, rechts- und sozialwissenschaftliche sowie philosophische Aspekte miteinander verknüpft. […] Zwar steigt damit auch der Anspruch an den Leser. Man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen. Denn die alternative und durchdachte Sichtweise, die das Buch präsentiert, verdient es, gelesen zu werden. Sie kann helfen, die … Kritik an den Entscheidungen des [Europäischen] Gerichtshofs mit anderen Augen zu betrachten. […] Das Buch von Grimmel kann auf diese Weise helfen, die wissenschaftliche Diskussion zu versachlichen.
Paul Veit, Recht und Politik, 02-2014

“Zwar hat das Recht als Ort der Integration eine gewichtige Position innerhalb der Sozialwissenschaften, allerdings steht ‘nicht die Integration durch Recht, sondern die durch Akteure produzierte Integration im Bereich des Rechts im Mittelpunkt zahlreicher Fallstudien und Analysen’ (5). Entsprechend versucht die Integrationstheorie ‘ein Phänomen zu erklären, dessen funktionale Voraussetzungen sie nicht kennt und offenbar auch nicht zu erkennen sucht’ (4 f.). Andreas Grimmel nimmt sich dieser in der bisherigen Forschungsliteratur identifizierten Lücke an und begreift Recht als einen eigenständigen und selbsttragenden Kontext, in dem Handeln als eine spezifische Form des Räsonierens verstanden wird.”
Ines Weber, Portal für Politikwissenschaft, 01.08.2013

“Dass das Europarecht und insbesondere der Europäische Gerichtshof durch seine Rechtsprechung beim Verlauf der europäischen Integration eine wesentliche Rolle spielt, ist ein alter Gedanke, der in der angelsächsischen Welt auf die Formel „integration through law“ gebracht worden ist. […] Das nun ist nicht nur Gegenstand politikwissenschaftlicher Analyse geworden, sondern auch innerjuristischer wie politischer Kontroverse: dürfen Richter (pro-integrative) Politik machen? Auch das deutsche Bundesverfassungsgericht hat zuweilen Pflöcke eingeschlagen, um die höchste Rechtsprechungsbefugnis nicht völlig aus der Hand geben zu müssen. Andererseits, so auch Grimmel, ist klar, dass das, was ganz wesentlich auch als Rechtsgemeinschaft fungiert, nicht ohne einheitliche Auslegung des Rechts auskommt. Den Richtern des EuGH zu unterstellen, wie es laut Grimmel die neuere politikwissenschaftliche Forschung über europäische Verrechtlichung tue, dass sie politisch oder durch Eigeninteressen motiviert pro-integrativ urteilten, sei erstens eine kaum zu belegende Behauptung und zweitens, wie er durch Feinanalyse der Judikate zu Vorrang und direkter Geltung des Gemeinschaftsrechts einerseits, zum Grundrechteschutz andererseits zeigt, schlecht begründet, seien die Urteile doch eben funktional angemessen ausgefallen. Wolle man das juristische Denken nicht reduktionistisch verfehlen, müsse es in seiner Spezifik erfasst werden, und hierzu entwirft Grimmel … seiner Arbeit eine Konzept der „kontextuellen Rationalität“ europarechtlicher Judikatur, gestützt auf Überlegungen von Max Weber und Ludwig Wittgenstein. Das ist philosophisch aufwendig, aber rechtstheoretisch und eben auch für an der Funktionsweise des Rechts interessierte SozialwissenschaftlerInnen beachtenswert.”
Dr. Martin List, FernUniversität Hagen, 04.10.2013


Giang / Grimmel / Grimmel - Vietnam 2012


“Der Untertitel dieses Buches deutet es bereits an. Hier liegt eine innovative Geosystemanalyse über das “Neue Vietnam” vor. […] Die Verfasser beginnen mit einer Naturbeschreibung (Lithosphäre, Atmosphäre, Hydrosphäre, Biosphäre und Pedosphäre; Kap. 1) und nähern sich sodann der Anthroposphäre. Geschichte (Kap. 2), Gesellschaft (Kap. 3), Wirtschaft (Kap. 4) und Politik (Kap. 5) werden fachkundig mit viel Insiderwissen beleuchtet. Da die Geographie die Aufgabe hat, die Geosphären hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen zu untersuchen, liegt hier eine geographische Länderstudie im besten Sinne vor. Sie schließt eine Lücke, die viele Monographien zur länderkundlichen Entwicklung – geschweige denn zur theorielastigen Entwicklungspolitik – hinterlassen haben. […]

Die Hauptkapitel werden in ihren Zusammenhängen dargestellt, so dass sich dem Leser ein umfassendes Bild des modernen Vietnam bietet. […] Resümee: Für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit dieses „Tigerstaates auf dem Sprung“ ist eine Gesamtschau aus Naturraum und Kulturraum notwendig. Dem Autorenteam gelingt mit dieser Geosystemanalyse ein fachkundiger Einblick in ein modernes Vietnam … .”
Prof. Dr. Fabian Thiel, Erdkunde – Archive for Scientific Geography, 1-2013

 

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